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1. Herren - Spiel unter Freunden

Geschrieben von Torben Günter
19.11.2017

Samstag, 18.11, 15:20 Uhr. Heute Abend werden zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Es kommt zum Regionalliga-Duell der Füxxe gegen die Nordlichter der TTG 207. Einem Verein, mit dem ich seit fast 3 Dekaden freundschaftliche Kontakte pflege. Mein Wunschergebnis? Ganz klar, Unentschieden.

Kurze Textnachricht mittels eines bekannten Messengerdienstes an Daniel Schildhauer, den 3er der TTG, ob man sich denn schon auf dem Weg befände.

Die Antwort folgt ca. 30 Sekunden später mittels Audiofile. Viel verstehe ich nicht. Die Botschaft ist dennoch unmissverständlich. Im Hintergrund läuft Queens „The show must go on“ auf voller Lautstärke, dazu ein wenig Text von Daniel. Man ist geschlossen gut drauf und heiß auf die abendliche Fuchsjagd in Berlin.

Wie vor jedem Füxxespiel, schicke ich noch schnell eine Nachricht an die üblichen Verdächtigen. Nur dabei ist schließlich live. Leider verhindert das Wetter sowie das Spiel der Ledertreter von Hertha, dieses Mal einen größeren Kreis Mitgänger.

Ein Begleiter wird es dann aber doch, 45 Minuten auf dem Fahrrad durch Berlin in strömendem Regen. Füxxefans kennen keinen Schmerz.

Vor Ort angekommen gibt’s ein herzliches Wiedersehen. Beide Mannschaften sind bestens gelaunt und die Füxxe gewohnt gute Gastgeber.

Im Gegensatz zum letzten Wochenende, startet Axel Berger diesmal jedoch nicht aus der Boxengasse.

Thomas Englert kehrt nach kurzer Verletzungspause zurück ins Team. Beide Mannschaften damit in Topbesetzung. Sehr schön.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Gast aus Ahrensburg gerade Spitzenreiter. Und das als Aufsteiger!
Beindruckende 10 Punkte weist die Habenseite aus. Mehr hat auch der HSV derzeit nicht und die hatten schon mehr Spieltage…

Die Doppel bringen gleich den ersten Paukenschlag. In feinster Hattrickmanier sammeln die Nordmänner alle drei Zähler im Paardurchgang ein. Damit hätte im Vorfeld wohl keiner gerechnet. Während Janz und Piwonski gegen das starke Gästedoppel 1 „erwartungsgemäß“ unterliegen, haben Niederlagen vom Doppel 3 der Füxxe schon einen gewissen Seltenheitswert. Zählen Hinz und Köpp doch seit Jahren zu einem der besten Duos der Regionalliga. Die größte Überraschung ist aber die Niederlage von Bartels und Englert gegen das Team „WC“ der Gäste. Witter und Cassens drehen einen zwischenzeitlichen Null zu Zwei Rückstand noch in einen 5-Satzsieg. Schön gespült Jungs, Respekt!

Zeit für die Solisten. Im Duell Bartels gegen Witter ist die Messe schnell gelesen. Den ersten Satz kann „Samson“ noch für sich entscheiden, dann jedoch hat der First Fox den Bogen raus und lässt seinem Gegner keine Chance mehr.

Am Nachbartisch stehen sich der ehemalige Deutsche Meister der Senioren, Tommy Englert, sowie der ehemalige Hamburger Meister, Kai-Enno Kleffel gegenüber. Und was die beiden boten war wirklich meisterlich. Zunächst war es erneut Englert, der – wie schon im Doppel – die ersten beiden Sätze mit starkem Spiel für sich entschied. Wohl wissend, dass Alter und Kondition auf Kriegsfuß miteinander stehen, ließ sich Kleffel davon aber nicht beeindrucken und wurde mit zunehmendem Spielverlauf stärker und stärker.

Das nächste Zwei zu Null wurde dem Fuchsbau entführt. Zwischenstand 1:4 aus Sicht der Gastgeber. Es folgte die Mitte. Und wie es der Name verlangt, hielten sich die Siege hier die Waage und 2 Punkte würden stückweise in jedes Lager verteilt. Während Weyhe seinem Gegner doch ein gutes Stück weit überlegen war, hatte Hinz deutlich mehr Mühe, seinen Kontrahenten in Schach zu halten. Nicht umsonst fand man den Namen Schildhauer jahrelang im vorderen Paarkreuz der Mannschaftsaufstellung.

Lediglich im zweiten Satz wurde man sich schnell einig. Die anderen Durchgänge erfreuten sich allesamt der verlängerten Spielfreude. Einen Sieger zu tippen, war bei den vielen wechselnden Satzbällen kaum möglich. Am Ende durfte sich Hinz jedoch nicht unverdient mit 3:1 die Krimikrone des Abends aufsetzen.

Im unteren Paarkreuz wurde das Schema Punkteteilung in den Einzeln dann gebrochen. Beide Punkte blieben im Fuchsbau. Eine solide Leistung zeigend, schlug Fünfer Köpp einen gewiss nicht schlechten Cassens letztlich sicher mit 3:1. Piwonski hatte mit Brockmüller in fünf Sätzen seine liebe Not, bevor auch hier die Zähltafel zum zweiten Mal im UPK auf Seiten der Füxxe umgeklappt werden konnte.

Halbzeitstand 4:5.
Nun folgte der zweite Durchgang mit Positionstreuen Duellen auf Augenhöhe.

Bartels war hier vom ersten Spiel und seinem vorherigen, recht winterfest gebauten Gegner wohl noch ein wenig beeinflusst. Der Boden bewegte sich nicht mehr während des Spiels. Und auf einmal konnte er auch wieder das andere Ende der Halle sehen. „Da ist ja noch ein Tisch. Und Licht!“ Zuviel auf einmal für den Einser der Füxxe. Eine glatte 0:3 Niederlage war die Folge.

Englert hingegen nahm gleich am Anfang Witterung auf und ging, zum dritten Mal an diesem Abend, mit zwei zu Null in Führung. Allein es reichte wieder nicht. Die Nr. 2 der Gäste hatte in den ersten beiden Sätzen gut aufgepasst und verzichtete auf den dritten Block. Stattdessen wurde jetzt lieber selbst Unterricht in Platzierungskunde gegeben. Drei Satzgewinne in Folge fürs Fleißhummelchen im Klassenheft. Sehr gut, setzen.

Die Mitte war wieder dran. Zunächst der junge Janz gegen Leuchtturmwärter Schildhauer.

Randnotiz: 3 Spieler bei der TTG verfügen sicher über eine respektable Kopfballstärke. Hohes Niveau auf den ersten Blick. Wie lange bleibt die Streckbank als Ertüchtigungshilfe für Waldlauffaule in Ahrensburger Trainingskellern noch zugelassen?

Zurück zum Spiel. Was dem flotten Dreier der Füxxe derzeit (noch) am Weiterkommen hindert, wurde im Vergleich mit Schildhauer deutlich sichtbar. Fernando kämpfte um jeden Ball, machte immer wieder Druck und warf sich geradezu in die Ballwechsel. Unterm Strich hat er derzeit leider jedoch noch zu wenig Eigenmasse die er in km/h transferieren kann. So „wartete“ Schildhauer einen Meter hinter der Platte auf den ersten schwächeren der auf ihn einprasselnden Topspins, um seinerseits aktiv zu werden. Sollte Fernando in nächster Zeit hier noch ein wenig zulegen können, dass Ergebnis würde neu verhandelt werden müssen. Null zu Drei.

4:8 aus Füxxesicht damit der neue Zwischenstand. Die Gäste hatten das Remis sicher und fortan nur noch Matchballspiele.

Sich dieser Tatsache bewusst, spielte Weyhe stark auf und ging gegen Hinz mit Zwei zu Null in Führung.

Dieser war aber weit von Aufgeben entfernt, pushte sich vor heimischem Publikum immer mehr und besann sich auf seine Stärken. Kurzer Ableger und dann auf den Eröffnungsball des Gegners warten.

Und was dann für gewöhnlich passiert, wenn man Diego nicht massiv unter Druck setzt, das weiß jeder der ihn schon mal spielen gesehen hat. Mit seiner Vorhand und der ihm innewohnenden Zärtlichkeit, verhinderte nur die Hallenwand die Ballbesitzmehrung im Nachbarbezirk. Matchball abgewehrt und „nur noch“ 5 zu 8 aus dem Fuchsauge.

Nächstes Spiel. Köpp gegen Brockmüller. Die letzten Vergleiche der beiden deuteten im Vorfeld auf einen Sieg des Füxxespielers hin. Und der anfängliche Spielverlauf sollte dieser sportlichen Historie zunächst auch vollends Rechnung tragen. 11:6 im Ersten, 11:3 im Zweiten, 11:0 im … Quatsch!

Der aufmerksame Leser dieses Spielberichts wird es sicherlich längst bemerkt haben. Zwei zu Null? Das ist doch nur ein Zwischenstand! Und an diesem Abend eher Sackgasse als Siegerstraße.

Auch dem Fünfer der Gäste fiel dies gerade noch rechtzeitig ein. Siegeshungrig kam Brockmüller zum dritten Satz zurück an den Tisch. Eine Platte geschnetzeltes Rotwild sollte es sein. Und was empfiehlt sich hier als Begleitung? Der Sommelier oder auch Coach der Ahrensburger hatte hier genau den richtigen Tipp für Sven parat. Und so wurde von nun an nur noch „Bordeaux Brockmüller“ Karaffen- besser -kaskadenweise am Tisch serviert - meistens aus der Vorhand gereicht.

Denn die hat bei Sven alles, was auch einen guten Bordeaux auszeichnet. Rot, kräftig und trocken. Mit sensationellen Ballwechseln wurde das Ruder herumgerissen und erneut ein 0:2 an diesem Spieltag gedreht. Es sollte das letzte Mal an diesem Abend gewesen sein. Endstand 5:9.

Sollte die TTG 207 so weitermachen, besteht die Gefahr, dass ich im nächsten Jahr in die Bernauer Straße zum Klatschen fahren muss, aber die Rückserie will auch erst nochmal gespielt werden.

Wie immer bei den Füxxen war es ein perfekt organisierter Abend und nicht bloß ein Tischtennisspiel. Wer noch nie da war, geht hin, es lohnt sich (immer wieder).

Ich bin sicher wieder da. Ein Unentschieden wünsch ich mir dann aber nicht mehr.

Für die TTG 207
Pit Brett

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Kommende Spiele der 1. Herren
Sa, 13.10 - 16.15 Uhr
SV Bolzum – TTG 207
~ auswärts ~

So, 14.10 - 13.00 Uhr
Salzgitter – TTG 207
~ auswärts ~
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